Mein erstes Workcamp des Vdks gefiel mir so gut, dass ich an einem weiterem teilnahm, und zwar in einem meiner Traumländer: Norwegen.
Es lässt sich diesmal allerdings nicht ganz so viel Positives über die Teilnahme sagen, wie nach dem Aufenthalt in St. Petersburg im Jahr 2005.
Ich war sehr unzufrieden mit der Organisation des Camps und auch mit den Betreuern. Denen ging es im Grunde nur um Spaß und nicht um den wirklichen Kern der Reise.
Natürlich habe auch ich selbst nichts dagegen einzuwenden, wenn man eine lustige Zeit mit anderen Jugendlichen verbringen möchte. Aber wenn es mir ausschließlich darum gegangen wäre, dann hätte ich mich einer Jugendreisegruppe angeschlossen und nicht dem Volksbund.
Mir hat das erste Workcamp vor allem so gut gefallen, weil die Veranstalter die Gratwanderung zwischen Kultur, Arbeit für den Frieden und Vergnügen mit Bravour gemeistert haben.
Dies war in Norwegen leider nicht der Fall. Nach der drei- bis vierstündigen Arbeit auf den Friedhöfen hatten wir zwar genug Freizeit, doch diese wurde kaum für Unternehmungen oder Ausflüge genutzt. Nicht nur ich wurde mit der Zeit zunehmend träger und deprimierter, denn nun war man in einem solch schönen Land und hatte nichts davon. Leider waren die, die dies genauso empfunden wie ich, in der Minderheit. So war es für die Betreuer ein Leichtes, einfach dem Willen der Masse nachzugeben und zu faulenzen.
Die Arbeit auf den Friedhöfen war auch nicht gerade erbauend. Tatsächlich wurde denjenigen, die eifrig und enthusiastisch an die Arbeit herangingen, schon bald nahe gelegt, weniger zu arbeiten, damit das Arbeitspensum nicht zu früh erreicht werde. Lächerlich, denn zu tun gab es genug. Auch reichten die teilweise sehr schlechten Arbeitsmaterialien nicht für alle Teilnehmer.
Nun etwas zum allgemeinen Verlauf des Camps:
Zunächst verbrachten wir eine Woche auf einem schönen Osloer Campingplatz in wirklich guten Unterkünften. Danach waren wir eine Woche in Trondheim auf einem Campingplatz.
Das Essen war in Ordnung, und es gab keine strengen Campregeln. Insgesamt nahmen ca. 25 junge Menschen im Alter von 16 bis 22 Jahren an dem Workcamp teil. Zuständig für die Betreuung waren drei Männer und eine Frau. Wir arbeiteten werktags täglich ca. vier Stunden und am Wochenende gar nicht. Natürlich unternahmen wir auch etwas, doch die Freizeitgestaltung kam definitiv zu kurz - vor allem im kulturellen Bereich.
Abschließend lässt sich sagen, dass das Camp sehr gut hätte werden können, wenn die Betreuer die Sache etwas ernster genommen und das Camp besser organisiert hätten.
Norwegen ist schließlich ein echt sehenswertes Fleckchen Erde.
Als Tipp für alle, die es in Erwägung ziehen, an einem Workcamp teilzunehmen: Erkundigt euch (z.B. in Foren des Volksbundes) über den Landesverband und die Betreuer des Camps, denn es liegt vor allem in deren Hand, ob das Camp eine schöne, interessante und lehrreiche Zeit oder ein reines "Saufgelage" wird.
Von Ann-Kathrin Hofmann
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