Als ich ankam, gab es insgesamt 18 Freiwillige (aus USA, Kanada, Irland, Belgien, Norwegen, England, Deutschland, Holland) doch mittlerweile sind es 30, die in den verschiedenen Abteilungen arbeiten.
Ich selbst bin im sog. Building Team und baue, einfach gesagt, Häuser. Wir bauen entweder für Kinder, deren Eltern gestorben sind oder wir bauen Häuser für öffentliche Einrichtungen, wie zum Beispiel eine Vorschule oder eine Küche für eine Kinderkrippe. Mein Vorarbeiter heißt Babba Elliott, er ist ein 60-jähriger Zulu, der jede zweite Nacht um 2:30 Uhr aufsteht und seine 30 Km läuft. Er trainiert nämlich für den Comrades-Marathon, ein 89 Km langer Lauf, der von Durban nach Pietermaritzburg führt. Also ein richtig abgefahrener Typ, mit dem ich mich aber super verstehe, wie eigentlich mit jedem Zulu hier!
Dann ging es über das Kap der Guten Hoffnung nach Kapstadt, wirklich eine der schönsten Städte der Welt! Kapstadt ist einfach wunderschön, sehr interessant, aber sehr durch den westlichen Einfluss geprägt. So genossen wir das städtische westliche Leben mit all seinen Besonderheiten.
Natürlich durften auch der Besuch des Tafelbergs und von Robben Island nicht fehlen. In Kapstadt hat man von den Unruhen im Land gar nichts gemerkt und die Stadt wirkt generell im Zentrum sehr sicher. An jeder Ecke steht ein Security-Mann. Und es gibt unzählige Kameras. So fiel meine ständige Unruhe von mir ab, immer die Augen nach Überfällen offen zu halten. In der Stadt gibt es kaum Schwarze, sondern eher gemischte Bevölkerung oder eben Weiße. Fast alle sprechen "Afrkikaans" (sodass ich nichts verstehe) und es wird viel importierter Krimskrams aus Übersee verkauft.
Kapstadt ist wirklich ganz anders als die Gegend hier, wo ich wohne. Ich bin froh, dass ich ein Jahr hier in Kwa Zulu Natal war und das wahre Afrika kennen gelernt habe, als dass ich durch das westliche Kapstadt nur die wohlhabende Seite des Landes kennen gelernt hätte.
In Durban entsteht ein riesiges Stadium, wo ab und zu die Arbeiter streiken, wodurch der Bau immer wieder verzögert wird. In Kapstadt wird das neue Stadium bald gebaut, aber es soll in einem Viertel der Weißen entstehen, bei denen sich der Widerstand regt, denn sie wollen dort lieber einen Golfplatz haben.
Die Live-Übertragungen (Public Viewing) auf Leinwänden sollen in den weißen Vorstädten stattfinden, wo sie sich aber keiner anschauen wird. Die Preise für die Tickets stellen ein weiteres typisch südafrikanisches Problem dar. Es ist gibt natürlich eine schwarze Oberschicht, die sich die Tickets leisten kann. Aber wie soll eine einfache Familie aus einem Vorort Durbans, Kapstadts oder Johannesburgs 600 Rand für ein Ticket aufbringen, wenn sie damit drei Schuluniformen bezahlen könnte? Es sieht fast so aus, als würden die Stadien leer bleiben und das in einem Land mit so großer Fußballbegeisterung.
Vom Aufschwung Südafrikas profitieren bisher nur ungefähr geschätzte 5% der Leute. In Durban fahren die teuersten Mercedes und BMW-Modelle herum, die Autobahnen sind in sehr gutem Zustand, die Häuser haben Swimmingpool und Tennisplatz- da glaubt man gar nicht, in Afrika zu sein. Doch wer erwirtschaftet diesen Wohlstand? Die Schere zwischen Arm und Reich weitet sich immer weiter aus.
Vom Aufschwung Südafrikas profitieren bisher nur ungefähr geschätzte 5% der Leute. In Durban fahren die teuersten Mercedes und BMW-Modelle herum, die Autobahnen sind in sehr gutem Zustand, die Häuser haben Swimmingpool und Tennisplatz- da glaubt man gar nicht, in Afrika zu sein. Doch wer erwirtschaftet diesen Wohlstand? Die Schere zwischen Arm und Reich weitet sich immer weiter aus.
Man sieht den Aufschwung hier im Valley zum Beispiel an asphaltierten Straßen oder Wasseranschlüssen. Doch der Aufschwung bei den Wohlhabenderen steigt im Vergleich zum Aufschwung bei der armen Bevölkerung ungleich schneller, was die Ursache der sozialen Probleme ist. In Deutschland gibt es auch diese Tendenz, aber das passiert auf einem ganz anderen Niveau.
Erfahrungsberichte gesucht!
Schickt Eure Erfahrungsberichte bitte an Renia Warzych: info@stellenboersen.de

