Der Andere Dienst wird oft als Zivildienst im Ausland bezeichnet. Zwar ist es richtig, dass Kriegsdienstverweigerer als Ersatz für den Zivildienst den Anderen Dienst im Ausland antreten können, in der Praxis gibt es jedoch zahlreiche Unterschiede.
Der Andere Dienst wird unentgeltlich geleistet und dauert zwei Monate länger als der Zivildienst, in der Regel elf Monate. Er muss vor Vollendung des 23. Lebensjahres angetreten werden. Sofern dem Zivildienstpflichtigen ein Einberufungsbescheid zum Zivildienst vorliegt, ist der Andere Dienst im Ausland nicht mehr möglich.
Reisekosten, Unterkunft und Verpflegungen werden von der Trägerorganisation übernommen. Auch das Kindergeld wird weiterhin gezahlt. Durch eine Unfall- und Auslandskrankenversicherung ist der Dienstleistende geschützt. Der Träger muss als solcher vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend anerkannt werden. Eine Liste aller Organisationen findet sich unter der Homepage des Bundesamtes für Zivildienst.
Der Andere Dienst im Ausland hat die Aufgaben, das friedliche Zusammenleben der Völker zu fördern. Er kann beispielsweise in Jugendbegegnungszentren, Flüchtlingsheimen und Friedenseinrichtungen geleistet werden.
Um eine Stelle sollte man sich bereits vor der Musterung bemühen. Trägerorganisationen sind rar und die Nachfrage groß. Der endgültige Vertrag kann jedoch erst abgeschlossen werden, wenn die anerkannte Verweigerung vorliegt.
Nach Ablauf des Anderen Dienstes bekommt der Kriegsverweigerer eine Bescheinigung, die ihn davon befreit den Zivildienst in Deutschland antreten zu müssen. Wird der Andere Dienst im Ausland vorzeitig beendet, so wird die zurückgelegte Zeit, soweit sie zwei Monate übersteigt, auf den Zivildienst angerechnet.
Anstelle des Zivildienstes bzw. des Anderen Dienstes kann auch für den Zeitraum von 12 Monaten ein FSJ oder FÖJ im Ausland geleistet werden. Finanziell sind diese Dienste weitaus attraktiver, da alle Kosten übernommen werden und zusätzlich ein kleines Taschengeld gezahlt wird. Auch hier lohnt sich eine sehr frühe Bewerbung.
Die wichtigsten Fakten in Kürze:
Erfahrungsberichte gesucht!
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